Permakultur-Kurs

Zu meinem 30. Geburtstag haben mir Dietmarianne einen Permakultur-Gärtner Kurs in der Staudengärtnerei Gaissmayer geschenkt. Der Termin lag passend an unserem Umzugswochenende, so dass ich gar nicht erst in die Verlegenheit kam zu helfen und mit meinem Bauch auch nicht im Wegrumstand.

Anbei meine Notizen:

permanent agriculture => dauerhafte Landwirtschaft im Sinne von Nachhaltigkeit
Jede Pflanze im Garten hat ihren speziellen Nutzen, versorgt im Schnitt 12 Tierarten und ist Vorbereiter für andere Pflanzen => System Urwald

    PK:
  • sich selbst erhaltendes System
  • Verstehen und Handeln von/ nach natürlichen Prozessen
  • ganzheitliche Philosophie für alle Lebensbereiche
  • Vernetzung/ Erkennen von Wechselwirkungen und von Stoff- und Energiekreisläufen
    Bei Pflanzen auf die Herkunft achten:
  • Pflanzen aus der Region kaufen
  • keine Hybridsorten (kein Saatgut gewinnbar, nicht für Insekten geeignet, weniger Geschmack)
  • alte Sorten kaufen (z.B. russische Sorten)
  • Quellen: Christian Haug, Arche Noah

Ursprung der PK: Aborigines- Nomadenkultur

    Prinzipien:
  • Polyfunktionalität: Jedes Element im System erfüllt mehrere Funktionen und umgekehrt
  • Multielementarität: werden Funktionen von mehreren verschiedenen Elementen erfüllt
  • Vernetzung: größtmögliche Vernetzung der Elemente

Blattläuse sind Zeichen für: falsche Pflanze, zu viel Düngung, falscher Standort. Nicht mehr düngen und umsetzen, aber Blattläuse nicht entfernen => Nahrungsgrundlage für Vögel (Nistkästen aufstellen).

Rosendünger: Bananenschalen, Kaffeesatz, Milch (Oberflächenentsorgung), Hornmehl, Urgesteinsmehl

Hügelbeete: VOrteil gegenüber Hochbeet – von allen Seiten bepflanzbar, Nordseite abstützen wie Hoochbeet

Beerensträucher nicht zu nah an Bäume pflanzen

keine Forsythien pflanzen: keine Pollen, kein Nektar, keine Insekten; besser: Kornell-Kirsche (Frühblüher, gelb, essbare Früchte, kann in Form geschnitten werden, einlegbar wie Oliven), Schlehe, Felsen-Birne (essbar, mehlig, Kupfer-Felsen.Bierne mit schönem Herbstlaub)

Unter Nussbaum, Eschen und Eichen wächst nichts (Gerbsäure)

Saatgut nur aus den schönsten Blüten gewinnen

    Themenbereiche:

  1. Pflanzeigenschaften
  2. Flach- und Tiefwurzler
  3. Vertikale/ Horizontale
  4. alte Sorten erhalten und vermehren
  5. Ästhetik – Raumgestaltung, Architektur
  6. Zäune, lebende Zäune, lanschaftsbezogen
  7. Wasser (Teich, Bach, Gießen)
  8. Steine (Bodenlebewesen, Wärmespeicher)
  9. Vielfalt, Vernetzung
  10. Boden (Aufbau, Pflege, Gesundheit)
  11. Mischkulturen
  12. Heil- und Wildkräuter
  13. Schnecken, Giersch, Winde, Quecke und andere Gartenfreu(n)de
  14. Energiebilanz (Sonne, regenerativ, Biomasse)
  15. Wildnis (rote Liste, Totholz, Benjes)
  16. Permakultur prozessorientiert

Gartentagebuch führen => Garten beobachten, Pflanzexperimente notieren, Ideen, Auffälligkeiten, wo stehen giftige Pflanzen ;)

Löwnzahn lockert den Boden auf und baut Stickstoff ab. Kein Nektar bei trockenem Ostwind. Holt aus der Tiefe Nährstoffe für Flachwurzler (z.B. Erdbeeren) hoch. Bedeckt schon früh den Boden. Auch essbare Nutzpflanze.

Nicht gegen Pflanzen ankämpfen, sondern alle Pflanzen nutzen!

Wiesenschafgarbe – Antibakteriell, jetzt im Samenstand machmal rosa gefärbte Blüten, wenn der Boden viel Eisen enthält

Lateinischer Name wichtig zur eindeutigen Unterscheidung

Kompostpräperate beschleunigen die Kompostbildung. Besteht aus Brennesseln, Löwenzahn, Schafgarbe, Baldrian, Kamille, Eichenrinde.

Mehltau und Pilze nur bei großen Komposten abgetötet, wenn es in der Mitte > 60°C hat und feucht ist.

Benjes: Methode zur natürlichen Verbreitung/ Auspflanzung von Sträuchern durch Vögel in vorangelegten Holzaufschichtungen

Gründüngung: Raps, Gelbsend, Phacelia, Spinat, Feldsalat, Saponin bei Spinat als Bodenpflegemittel

Rosen und Lavendel passen von ihren Ansprüchen her nicht zusammen

Klatschmohn wächst nur auf bearbeitetem Boden. Gilt auch für Kornblume, Kamille, … Mohn wächst auf Kalkhaltigem Boden => Zeigerpflanze

Ackerschachtelhalt: Segmente, erstes Seitensegment über dem roten Ring, wichtigstes Pflanzenschutzmittel, nicht anpflanzen! geht nicht mehr weg. Kieselsäure => Jauche erstellen dann auf Pflanzen geben, stärkt deren Immunsystem/ Lichtaufnahme; Jauche sprühen präventiv

Hopfen: Tee, Badezusatz

Schlehe vs. Weißdorn: Schlehe blüht ohne Blätter weiß, bevor der Weißdorn ebenfalls weiß mit Blättern blüht, Beeren gekocht essbar.

Holunderblüten nur gekocht essbar, Jauche in Wühlmauslöcher gießen

verschiedene Pfefferminzsorten verteilt pflanzen, sonst bastardisieren die Pflanzen.

Spitzwegerisch bei Husten/ Bronchien (Zeigerpflanze für verdichteten Boden)

Breitwegerisch bei Fußproblemen ( in die Socke), lockert den Boden

Disteln sind Tiefwurzler und lockern den Boden

Klee binden Stickstoff in Knöllchen, pflanzenverfügbar, nicht mit Wurzeln ausreißen (Bohnen, Lupinien etc.)

Wurzeln immer im Boden lassen für Mikroorganismen

Sauerampfer lockert den Boden, nur Ausbreitung durch Entfernung der Blüte verhidnern, Pflanze verschwindet von selbst

Kastanie und Buchs wegen Miniermotte nicht mehr empfohlen

Wühlmaus: Erdhaufen chaotisch gemischt, Eingang an der Seite vs. Maulwurf: ordentlicher Haufen, Eingang in der Mitte.

    Ideen:

  • Abgrenzung Nachbar: Schiefer Tafeln und Lavendel kombinieren
  • Hain-Buche als Abgrenzung bingt Wärme für Pflanzen, längere Blütezeit)
  • Ysop, Natterkopf schön
  • leere Dosen zur Beschriftung in Sträucher hängen/ Fimo
  • Rindenmulch Weg?
  • Rosen an Obstbaum ranken lassen (eher bei alten/ toten Obstbäumen)
  • Hochbeet integrieren
  • Gartentagebuch anlegen, Grundriss des Gartens mit einkleben für Referenzen
  • Windrichtung miteinzeichnen inklusive Windstärke
  • Rindenmulch nicht zum Mulchen verwenden, besser angetrockneter Rasenschnitt

Fenchel und Dill stehen lassen – wichtig für den Schwalbenschwanz (Raupen in Puppen), gut al Unterpflanze.

Silbertraubenkerze (weiße Dolden)

Hornmehl unter Jauche mischen – nbindet die Geruchsstoffe – darüber streuen

Heilpflanzen-/ Giftpflanzenbuch mit Zeichnungen

    Praxis:

  • Planungsphase: Wo-was-wie?
  • Beobachten: den eigenen Garten kennenlernen, übers Jahr beobachten, wo gehen Winde, Nässe? Sonne?
  • Beete: Hügel-/ Hoch-/ Kraterbeete
  • Sonnenfalle: Windschutz für Nordseite, Energie erhalten
  • Nutzen der Vertikale/ Horizontale
  • Wasser: Mikroklima als Wärmespeicher/ Reflektor
  • Ständige Bodenbedeckung, Mulchen
  • Integration von Wild und Kulturpflanzen
  • Wechselwirkung von Pflanzen und Tieren
  • Tief- und Flachwurzler/ Ein- vs. mehrjährige Pflanzen
  • Bodenaufbau: Dauerhumus vs. Humus, Bodenschichten
  • Energie (in-/output): Wertstoffhof versorgt, z.B. Kompostmaterial
  • Ein Garten für 12 Monate: immer etwas sichtbares, riechbares, blühendes
  • KEIN UMGRABEN, KEIN GIEßEN, KEIN DÜNGEN, KEIN JÄTEN, KEIN SPRITZEN

Hartriegel: Grüner Hartriegel bildet Bodenausläufer => besser raus. Gelber Hartriegel = Kornell Kirsche, roter Hartriegel ist besser. Früchte gekocht essbar.

Schnellkomposter OK aus Plastik allerdings, Wertstoffhof.

Kompostkurs? Mondkalender? Solarquellstein?

Säulenobst hält nicht lange (<15 jahre). Allergie gefährdet, nur neue Sorten verfügbar Gelbfruchtkirsche ist nicht so anfällig für Fliegen, gilt auch für andere Obstsorten. Späte Blütezeiten wählen. Kernfrucht neben Steinfrucht setzen Fazit: Der Kurs war sehr interessant und eine spaßige Sache. Es hat einfach gute Laune gemacht in der Runde zwei Tage rund ums Gärtnern zu verbringen. Eine schöne Auszeit vom Alltag mit sehr viel wachsender Vorfreunde. Ich habe außerdem sehr viel gelernt, wobei die Dozentin leichte didaktische Schwächen hatte: sie ist oft stark abgeschweift, kam nicht zum Punkt/ hat ihn nicht klar herausgehoben, ihre Unterlagen hatten keinen Erkennbaren roten Faden. Immerhin gab es Ergebnissicherung durch Mitschreiben! Die Folien hat sie uns nicht zur Verfügung gestellt. Wichtigste Erkenntnis war: Permakultur ist nicht nur Gärtnern sondern Lebensphilosophie! So ging es nicht nur um Gartenpraxis sondern es wurden auch Plastikflaschen verteufelt, auf Bioland Milch geschwört und eingepackte Gurken verflucht. Es war also sehr Öko, mit Filzjäckchen und Glasflaschen-Molke hat sie das Klischee schon sehr erfüllt. Gelernt habe ich trotzdem einiges, wie man den Notizen entnehmen kann. Wieviel ich umsetzen kann oder annehmen werde ist noch zu sehen. Zum Beispiel will ich mir die nicht einheimischen Ziergehölze wie z.B. den Jap. Fächerahorn oder den Schönfruchtstrauch nicht nehmen lassen. Dafür habe ich die Anzahl der Vogelgehölze erhöht und Schwarzer Holunder und Schlehe stehen jetzt mehr auf der Pflanzliste.

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